Pressestimmen zu Som Brasileiro

Exotisches mit Franken

»Som Brasileiro« begeisterte im Kellerhaus

 

POMMERSFELDEN (anu) - Rhythmen, denen man sich kaum entziehen kann, und Gesang, der direkt ins Gefühl geht: Die südamerikanische Musik von »Som Brasileiro« entführte die Zuhörer am Sonntagmittag im Kellerhaus von Pommersfelden in eine zauberhaft andere Welt.
Während unten im Dorf der Posaunenchor Pommersfelden-Limbach zum Weißwurst-Frühschoppen aufspielte,  begaben sich die Besucher des Cafés Kellerhaus Richtung Limbach in ferne Gefilde.
Obwohl – so fern war es nun auch wieder nicht, denn sie kamen quasi zum Open-Air-Konzert einer fränkischen Band mit internationalen Wurzeln.
Der Perkussionist Stefano Renzi ist italienischer Herkunft und hat »Som Brasileiro« (»brasilianischer Klang«) vor sechs Jahren gegründet, seit drei Jahren treten die Musiker aus dem Großraum Nürnberg in folgender Besetzung auf: Sängerin Alessandra Rodriguez-Costa – die einzige Brasilianerin der Gruppe –, Tobias Kalisch (Bass), Andreas Wiersich (Gitarre) und Flötist Gustavo Mendoza.
Der Kolumbianer war manchem Besucher als Leiter des Gospelchors Worzeldorf bekannt, der jedes Jahr gemeinsam mit den Pfarrern Angelika und Andreas Steinbauer einen Gottesdienst auf der Terrasse des Kellerhauses vor der traumhaften Kulisse von Schloss Weißenstein gestaltet (den nächsten übrigens am Sonntag, 18. Juli, um 10 Uhr).
Aber zurück zu »Som Brasileiro«: Auf dem zweistündigen Programm mit kurzen Unterbrechungen standen Interpretationen gefühl- und schwungvoller, lässiger und feuriger Lieder der bekannten Gattungen Samba und Bossa Nova, aber auch Choro oder Xote. »Alles fröhliche Musik«, erklärt Gustav Mendoza, »auch wenn mancher Titel traurig klingt.«
Eigene Kompositionen? »Die kommen noch«, antwortet Stefano Renzi lachend. »Es gibt einfach zu viel gute brasilianische Musik.«

Nürnberger Nachrichten, 8.6.2010

"Som Brasileiro» heizen dem Zeltnerschloss ein

Kein Platz für trübe Gedanken

Die Combo «Som Brasileiro» – «Brasilianischer Klang» hat den Kulturladen Zeltnerschloss zum Kochen gebracht.

Ein spannender Effekt: Eigentlich stehen nur drei Instrumentalisten und die Sängerin Alessandra Rodriguez Costa auf der Bühne, doch es wirkt, als würde man ein ganzes Orchester hören. Gekonnt dargebotene Polyrhythmik, ansteckende Spiellust und die unterschiedlichsten Instrumente, die Perkussionist Stefano Renzi aus dem Hut zaubert, schaffen einen wirbelnden Klangkosmos.
Renzi überrascht nicht nur mit akrobatischen Läufen in Höchstgeschwindigkeit auf dem Cavaquinho, einer sehr kleinen portugiesischen Gitarre, sondern auch durch archaisch anmutende Instrumente wie dem Berimbau. Dieser Musikbogen wurde von afrikanischen Sklaven nach Südamerika gebracht und diente gleichzeitig als Waffe. Er erzeugt düstere, bedrohliche Töne, die der ansonsten vor Freude übersprudelnden Musik eine unheimliche Nuance verleihen.
Weitere Facetten Brasiliens werden durch Legenden wie die vom «Rosa Delfin» oder von «Storch und Kolibri» transportiert, deren «Moral zum Schluss» die Musiker sehr humorvoll erzählen. Überhaupt lässt «Som Brasileiro» keinen Platz für trübe Gedanken, denn selbst Stücke wie «O xote das meninas» über ein Mädchen mit Liebeskummer oder «Asa branca», das den Wassermangel im Nordosten des Landes beklagt, klingen wie Musik gewordene Leichtigkeit.

Die lebenslustigen Stücke wirken trotzdem nicht oberflächlich, denn die Brillanz der Instrumentalisten und die Stimme von Alessandra Rodriguez Costa, die sanft und geschmeidig zwischen Melancholie und Lebensfreude changiert, spiegelt eine vielschichtige Welt voller Höhen und Tiefen. Während «Tarde em Itapua» an die Sandstrände entführt, schildert «Lata d’agua» das Leben der Armen in den Favelas. Doch selbst daraus wird in Brasilien ein Tanz gemacht. Weshalb es die begeisterten Nürnberger Zuhörer bei der zweiten Zugabe dann auch endlich von ihren Sitzen reißt."

Elke Roeder, Nürnberger Nachrichten,
19.1.2009

 

 

"Das Kneipenbühnenjahr fand am vergangenen Samstag einen würdigen Abschluss mit „Som Brasileiro“, einem Quartett um die brasilianische Sängerin Alessandra Rodriguez Costa, die vom ersten Moment an mit viel Charme und einer samtweichen gefühlvollen Stimme das zahlreiche Publikum für die vielfältige Musik ihrer Heimat einnehmen konnte. Unterstützt wurde sie dabei von drei hochkarätigen Musikern, deren musikalische Eleganz sich in jedem Moment mit ihrer Spielfreude messen konnte. Da war zum einen der italienische Multiinstrumentalist Stefano Renzi, der mit seiner herzlichen Ausstrahlung die Aufgabe der Conférence übernahm und nicht nur mit seiner Gesangsstimme Alessandra kongenial ergänzte und an diversen folkloristischen Perkussionsinstrumenten brillierte, sondern auch auf dem Cavachinho (eine Piccologitarre, eng verwandt mit der hawaiianischen Ukulele) virtuose Grooves und Soli darbot. Den Zuhörern blieb allerdings der Mund offen stehen angesichts seines selbst gebauten archaischen aus Afrika stammenden Berimbaos: Das ist ein Holzbogen, mit einer Metallsaite bespannt, die mit einem Stöckchen angeschlagen wird. Dazu kommt eine Kalebasse als vielseitiger Resonanzkörper, ein Stein und eine kleine Rassel. Daraus entstehen mannigfache Obertöne und faszinierende Klänge, die allein schon den Konzertbesuch gelohnt hätten.

Tobias Kalisch am E- und Kontrabass und brasilianischer Trommel war auch hier wie immer eine Augen- und Ohrenweide, und als einer der angesagten Bassisten in der Nürnberger Szene (huljet!, Stefan Grasse Quartett) genau der Richtige für „Som Brasileiro“. Andreas Wiersich schließlich – den Oberweilinger Stammgästen als Zigeunerswing-Virtuose in bester Erinnerung – zeigte, dass er mit allen Wassern gewaschen ist und erwies sich in der Begleitung ebenso stilsicher wie in seinen eleganten, von Jazz angehauchten Soli.

Wilde, afrikanisch geprägte Rhythmen aus Bahia wechselten sich mit frivolen Baiãos ab, Sambas, Bossa Novas und Songs von Jorge Ben, Caetano Veloso und anderen garantierten einen vor Abwechslungsreichtum funkelnden Vorweihnachtsabend und bescherten den Zuhörern reinen Genuss."

Neumarkter Nachrichten, 27.12.2007

 

"Brasilianiche Musik jenseits von Karneval-Rhythmen und Wackelpopos - die Nürnberger Band "Som Brasileiro" erforscht die ganze Musik-Vielfalt eines Landes, das so groß ist wie Europa."

Nürnberger Nachrichten, 28.11.2007

 

 

"...Für Liebe, Leidenschaft und Ausdruckskraft sorgten anschließend Alessandra e Banda (jetzt Som Brasieleiro) mit einem breiten Repertoire von traditioneller Samba über Baiao, Maracatu und Xote bis zum modernen Bossa Nova. Sängerin Alessandra Finding überzeugte durch eine Mischung aus Kraft und Zartheit, jazzigem Einschlag und authentisch Brasilianischem, hauchte mal wie Sade, um dann wieder zu röhren. Stefano Renzi zog an diversen Instrumenten im Hintergrund die Strippen, Präsentierte das faszinierende Berimbao und brachte seine volltönende, warme Stimme zur Geltung. ..."

Nürnberger Nachrichten, 28.7.2004